Dr Nick LloydPMS-Wechsel ohne Störung des Praxisbetriebs
Der Wechsel des Praxismanagementsystems birgt reale Risiken für eine gut ausgelastete Praxis.
Kernpunkte
- Eine Softwareumstellung besteht aus vier ineinandergreifenden Arbeitspaketen, nicht aus einem einzelnen Ereignis: Datenübernahme, Konfiguration, Schulung und der eigentliche Wechsel. Der Zeitplan beginnt mit der Entscheidung, nicht mit dem Go-live.
- Die häufigsten Fehlerquellen: die Datenübernahme als reines Kopieren zu behandeln, die Konfigurationszeit zu stauchen, zu kurz vor dem Go-live zu schulen und keinen Rückfallplan für die ersten Tage zu haben.
- Führen Sie einen echten Parallelbetrieb statt eines harten Umschaltens durch, wo der Anbieter das unterstützt, stellen Sie in einer ruhigeren Jahreszeit um, sofern es eine gibt, und benennen Sie auf beiden Seiten eine feste Ansprechperson für den Tag des Go-live.
Der Moment, in dem eine Praxis erkennt, dass sie ein neues PMS braucht, ist selten der Moment, in dem sie wechselt. Die Entscheidung reift früher, in kleineren Anzeichen: Der Empfang arbeitet am Terminkalender vorbei, Rechnungen dauern länger als nötig, die Dokumentation landet an der falschen Stelle, oder das Team sagt zum wiederholten Mal, dass das System es ausbremst. Der Grund für die Verzögerung ist meist nicht fehlende Evidenz. Es ist Angst, und nicht nur die naheliegende. Da ist die Sorge, eine normale Arbeitswoche zu stören, und eine leisere Sorge, dass das neue System bekannte Probleme gegen unbekannte eintauscht. Das aktuelle PMS einer Praxis mag Mängel haben, aber immerhin sind es vertraute Mängel. Diese Sorge ist nachvollziehbar. Eine schlecht geführte Umstellung kann die Terminplanung durcheinanderbringen, die Rechnungsstellung verzögern und dazu führen, dass das Team während laufender Behandlungen mit einem fremden System kämpft. Doch das Risiko liegt nicht im Wechsel selbst. Es liegt in einem ungeplanten Wechsel. Dieser Leitfaden beschreibt, was bei einer Softwareumstellung tatsächlich passiert, wo Praxen typischerweise Zeit oder Daten verlieren und wie Sie den Praxisbetrieb normal weiterführen, während sich das System darunter ändert. Dr. Nick Lloyd, Chief Veterinary Officer bei Lupa und selbst ehemaliger Praxisinhaber, formuliert es so: „Die größte Sorge ist meist, dass das neue System einige Probleme löst, dafür aber größere schafft. Ihr aktuelles PMS hat Schwächen, aber immerhin kennen Sie sie. Diese Sorge ist oft berechtigt." Was nach seiner Erfahrung eine reibungslose von einer schwierigen Umstellung unterscheidet, ist selten Glück. „Es hängt an einer guten Projektleitung. Jemand, der eine ordentliche Vorprüfung macht, die Arbeitsabläufe der Praxis auf das neue System überträgt, Probleme beim Anbieter vor dem Go-live anspricht und nicht erst danach, und dafür sorgt, dass das Team einen echten Schulungsplan durchläuft statt einer Alibiveranstaltung. Wenn niemand im Team technisch versiert genug ist, um das ordentlich zu führen, holen Sie sich externe Beratung und Unterstützung. Das ist jeden Cent wert." Er stellt außerdem klar, dass eine reibungslose Umstellung nicht an einer Seite allein hängt. „Es ist eine Partnerschaft zwischen dem Implementierungsteam des PMS-Anbieters und der Praxis. Eine starke Praxis kann ein schwächeres Implementierungsteam ausgleichen, und ein starkes Implementierungsteam kann eine strauchelnde Praxis durch den Prozess tragen. Die besten Ergebnisse entstehen aber, wenn beide Seiten gut aufgestellt sind und richtig zusammenarbeiten." Und für den Praxisinhaber, der bereits ahnt, dass das aktuelle System sein Team ausbremst, den Wechsel aber immer wieder aufschiebt, weil die Störung durch das Go-live zu riskant erscheint, ist sein Rat praktisch statt beschwichtigend. „Delegieren Sie es. Bitten Sie den skeptischsten Mitarbeiter im Team, sich das neue System tatsächlich anzusehen und ehrlich zu beurteilen, ob es seinen Arbeitsalltag leichter oder schwerer machen würde. So oder so gewinnen Sie. Wenn er überzeugt ist, haben Sie einen Fürsprecher innerhalb der Umstellung gewonnen, der hilft, das restliche Team mitzunehmen."
Was eine Softwareumstellung tatsächlich umfasst
Eine Umstellung ist kein einzelnes Ereignis. Sie besteht aus vier ineinandergreifenden Arbeitspaketen, und der größte Teil der Unsicherheit rund um einen Wechsel entsteht daraus, dass unklar ist, welches Paket wann läuft. Die Datenübernahme ist der technische Kern: Patientenakten, Kundenhistorien, Finanzdaten und klinische Dokumentation aus dem alten System in das neue überführen. Für die Praxis läuft das weitgehend unsichtbar ab, aber hier entstehen auch die folgenreichsten Fehler, wenn zu schnell gearbeitet wird. Die Konfiguration ist die Arbeit, das neue System an die tatsächliche Arbeitsweise der Praxis anzupassen: Terminarten, Raumbelegung, Preisstrukturen, Nutzerrechte, Vorlagen. Ein System mag sehr viel können. Es muss trotzdem darauf eingestellt werden, wie genau diese Praxis arbeitet. Die Schulung bringt dem Team bei, das neue System zu bedienen, idealerweise bevor es sich bei einem echten Patienten darauf verlassen muss. Der Wechsel findet statt, wenn die Praxis das alte System nicht mehr nutzt und das neue für echte Termine, echte Rechnungen und echte Patientenakten einsetzt. Alles davor ist Vorbereitung. Alles danach ist der neue Alltag. Diese vier Pakete voneinander zu trennen, statt das Ganze als einen ungegliederten Arbeitsblock zu behandeln, gibt jedem Paket eine klare Verantwortlichkeit, einen klaren Zeitplan und einen klaren Punkt, an dem es abgeschlossen ist.
Wie lange eine ordentliche Umstellung dauert
Es gibt keinen einheitlichen Zeitplan, der auf jede Praxis passt, denn die Dauer hängt von der Größe des Datenbestands, der Komplexität der aktuellen Einrichtung und dem Konfigurationsaufwand vor dem Go-live ab. Eine kleine Praxis mit einem Standort und einem sauber gepflegten Bestandssystem ist schneller umgezogen als eine Gruppe mit mehreren Standorten, die von einem System kommt, in dem sich über Jahre uneinheitliche Dateneingaben angesammelt haben. Je komplexer die aktuelle Einrichtung, desto mehr Zeit braucht es, um zu klären, was übernommen wird, was vorher bereinigt werden sollte und was bedenkenlos zurückbleiben kann. Der Fehler, den die meisten Praxen machen: anzunehmen, der Zeitplan beginne mit dem Go-live. Tatsächlich beginnt er mit der Entscheidung, denn die vorgelagerte Planung und Datenvorbereitung entscheidet darüber, ob der Tag selbst unspektakulär oder chaotisch verläuft.
Wo Praxen typischerweise Zeit oder Daten verlieren
Die Datenübernahme als Kopieren behandeln. Patientenakten, Finanzhistorie und klinische Dokumentation lassen sich nicht immer sauber von der Struktur eines Systems auf die eines anderen übertragen. Ein Feld, das im alten PMS eine bestimmte Bedeutung hatte, hat im neuen möglicherweise keine direkte Entsprechung. Für eine Tierarztpraxis kann das mehr bedeuten als fehlende Namen oder Adressen. Es kann bedeuten, dass Impferinnerungen, Laboranhänge, Einverständniserklärungen, Kostenvoranschläge oder historische Rechnungssalden in der ersten Nutzungswoche nicht dort auftauchen, wo das Team sie erwartet. Praxen, die das richtig machen, planen Zeit für eine gründliche Datenprüfung ein, bevor die Umstellung startet, und nicht erst, wenn etwas fehlt. Den Konfigurationsaufwand unterschätzen. Das ist das Arbeitspaket, das gestaucht wird, wenn ein Go-live-Termin zu früh festgelegt wird. Eine Praxis, die die Konfiguration überstürzt, erledigt sie am Ende im laufenden Betrieb. Das heißt: Das Team lernt das System und richtet es gleichzeitig ein, vor den Augen der Kunden. Zu kurz vor dem Go-live schulen. Wird das Team in der Woche vor dem Go-live geschult, ist das System an dem Tag, an dem es am meisten zählt, immer noch fremd. Die Praxen, die sich am schnellsten einfinden, planen einen Puffer zwischen Schulung und Go-live ein, damit das System Zeit hat, alltäglich zu werden, bevor es einen vollen Behandlungstag tragen muss. Kein Rückfallplan für den Tag des Go-live. Auch eine gut vorbereitete Umstellung profitiert von einem ruhigeren Start. Die Terminlast etwas zu reduzieren, zusätzliche Unterstützung bereitzuhalten und zu akzeptieren, dass die ersten beiden Tage langsamer laufen als gewohnt, ist kein Planungsfehler. Es ist Teil des Plans. Aus dem Blick verlieren, was „vollständig" bei der Datenübernahme bedeutet. Die vage Zusicherung, dass alles mit umzieht, ist nicht dasselbe wie eine bestätigte, geprüfte Übernahme jedes Datentyps, den die Praxis tatsächlich braucht. Fragen Sie konkret nach, was enthalten ist: Finanzhistorie, nicht nur Patientenakten. Archivierte Kunden, nicht nur aktive. Anhänge und Laborergebnisse, nicht nur Behandlungsdokumentation.
Den Praxisbetrieb während des Wechsels aufrechterhalten
Die klinische Arbeit pausiert nicht für eine Softwareumstellung. Der Wechsel muss also um den normalen Rhythmus der Praxis herum geplant werden und nicht umgekehrt. Wählen Sie eine ruhigere Phase, sofern es eine gibt. Die meisten Praxen haben eine gewisse saisonale Schwankung. Eine Umstellung in einer bekannten Hochphase, vor einem verlängerten Wochenende oder mitten in der Hauptsaison für Zecken- und Flohprophylaxe erzeugt vermeidbaren Druck in einem Prozess, der ohnehin genug bewegliche Teile hat. Führen Sie einen echten Parallelbetrieb statt eines harten Umschaltens, wo die Systeme das zulassen. Manche PMS-Anbieter unterstützen einen kurzen Zeitraum, in dem altes und neues System beide Live-Daten führen. Das gibt dem Team ein Sicherheitsnetz, während es Vertrauen aufbaut. Fragen Sie Ihren Anbieter direkt, wie er den Umstieg handhabt, denn nicht jede Umstellung lässt das zu. Benennen Sie für das Go-live eine feste Ansprechperson, sowohl intern als auch beim neuen Anbieter. Ein Team unter Druck muss genau wissen, an wen es sich wendet, wenn etwas nicht wie erwartet funktioniert, statt die Support-Nummer an einem vollen Montag erst zu suchen. Kommunizieren Sie sparsam, aber klar mit Ihren Kunden. Die meisten Kunden brauchen keine ausführliche Erklärung zum PMS-Wechsel. Auffallen könnte er denen, die einen bestimmten Online-Buchungslink oder ein bestimmtes Erinnerungsformat erwarten. Ein kurzer Hinweis an aktive Kunden, etwa eine Woche vor dem Go-live, verhindert irritierte Anrufe, ohne die Umstellung größer wirken zu lassen, als sie ist. Die Entscheidungen, die über einen reibungslosen Verlauf bestimmen, gehen häufig auf den Auswahlprozess zurück. Mehr zur Bewertung von Anbietern vor Vertragsabschluss lesen Sie in unserem Beitrag darüber, worauf es beim Kauf von Praxismanagementsoftware für Tierarztpraxen ankommt.
Wie gute Unterstützung bei der Umstellung aussieht
Die Qualität einer Umstellung hängt nicht nur von der Software ab, sondern auch von der Betreuung dahinter. Zwei Systeme mit ähnlichem Funktionsumfang können sehr unterschiedlich verlaufende Umstellungen erzeugen, je nachdem, wie der Anbieter den Prozess führt. Ein festes, namentlich benanntes Team für Ihre Umstellung statt einer allgemeinen Support-Warteschlange macht einen messbaren Unterschied. Praxen, die einen schwierigen Wechsel hinter sich haben, nennen häufig dieselbe Grundursache: Niemand fühlte sich für genau ihren Fall eindeutig verantwortlich. Ein realistischer Zeitplan, kein optimistischer. Ein Anbieter, der einer Praxis mit jahrelang gewachsenen Daten und komplexer Mehrstandortstruktur eine vollständige Umstellung in wenigen Tagen zusagt, unterschätzt entweder den Aufwand oder plant, an ihm zu sparen. Fragen Sie, was passiert, wenn der Zeitplan verrutscht, und wie das kommuniziert wird. Betreuung vor Ort oder feste Ansprechpartner am Tag des Go-live. Der Unterschied zwischen einem ruhigen und einem stressigen Go-live liegt oft darin, ob jemand mit Erfahrung im neuen System physisch anwesend oder zumindest sofort erreichbar ist, wenn der erste echte Patient hereinkommt. Strukturierte Begleitung nach dem Go-live, statt einer Übergabe gefolgt von Stille. In den Wochen direkt nach dem Start stößt das Team auf die Sonderfälle, die in der Schulung nicht vorkamen. Ein Anbieter, der sich in dieser Zeit von sich aus meldet, statt auf ein Support-Ticket zu warten, fängt kleine Probleme ab, bevor sie sich zu eingefahrenen Gewohnheiten verfestigen.
So plant und begleitet Lupa eine Umstellung
Ein guter Umstellungsplan macht den Prozess sichtbar, bevor sich die Praxis festlegt. Das heißt: festlegen, welche Daten übernommen werden, wie die Konfiguration abläuft, wie die Schulung aussieht, wer das Team am Tag des Go-live unterstützt und was in den ersten Wochen nach dem Wechsel passiert. Der Umstellungsprozess von Lupa ist um genau diese Phasen herum aufgebaut, sodass Praxen den Zeitplan, die Verantwortlichkeiten und das Betreuungsmodell verstehen, bevor sie ihr aktuelles PMS verlassen.
Die Entscheidung mit Zuversicht treffen
Ein erfolgreicher PMS-Wechsel setzt keine einfachen Daten, keinen leeren Terminkalender und kein Team mit unbegrenzter Zeit voraus. Entscheidend ist, ob die Umstellung als geplantes operatives Projekt behandelt wird und nicht als Ereignis, das man überstehen muss. Das bedeutet: die vier Arbeitspakete zu trennen, ehrlich zu benennen, wie viel Zeit jedes davon braucht, die klinische Arbeit während des Übergangs zu schützen und einen Anbieter zu wählen, dessen Betreuungsmodell zu dem Ausmaß an Störung passt, das Sie vermeiden wollen. Die Kosten, auf einem System zu bleiben, das nicht mehr zur Praxis passt, sind real, auch wenn sie schwerer zu erkennen sind als die kurzfristige Störung durch einen Wechsel. Aufgeschobene Umstellungen sind meist von der Angst vor dem Prozess getrieben und nicht von Vertrauen in das aktuelle System. Sobald der Prozess selbst richtig verstanden ist, erweist sich diese Angst meist als der am leichtesten behebbare Teil der Entscheidung. Buchen Sie eine 30-minütige Demo und sehen Sie, wie das Umstellungsteam von Lupa den Wechsel von Ihrem aktuellen PMS plant und begleitet, einschließlich eines realistischen Zeitplans für eine Praxis Ihrer Größe.

Dr Nick Lloyd
Dr Nick Lloyd BVSc MRCVS is the Chief Veterinary Officer at Lupa, and the former president of the Society of Practising Veterinary Surgeons (SPVS).
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